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Archiv der Kategorie Kammerspiele
Kammerspiele am 09.09.2010, Schwarzes Tier Traurigkeit / Tip des Berliner Stadtmagazin
9.9.2010 von Dr. B..

Die in Berlin lebende Anja Hilling (u.a. ‘Mein junges idiotisches Herz’, ‘Protection’ und ‘Nostalgie 2175′) wurde 2005 in Theater heute zur Nachwuchsautorin des Jahres gewählt.
Regie Jorinde Dröse
Bühne Anne Ehrlich
Kostüme Johanna Pfau
Video Niklas Ritter
Dramaturgie Juliane Koepp
Besetzung
Natali Seelig (Miranda), Harald Baumgartner (Paul), Helmut Mooshammer (Martin), Judith Hofmann (Jennifer), Bernd Moss (Oskar), Moritz Grove (Flynn)
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Kammerspiele am 26.05.2010, Hamlet / Tip des Berliner Stadtmagazin
26.5.2010 von Dr. B..

Prinz Hamlet ist aus Wittenberg an den dänischen Königshof zurückgekehrt. Sein Vater ist gestorben und seine Mutter Gertrud hat dessen Bruder Claudius geheiratet. Der Geist seines Vaters erscheint: Claudius habe ihn ermordet. Hamlet gelobt Rache. Um seinem Onkel auf die Schliche zu kommen, gibt er sich als wahnsinnig aus. Von einer vorbeikommenden Schauspieltruppe verlangt er, sie möge ein Stück aufführen, in dem der König ermordet wird und der Mörder die Königin heiratet. Tatsächlich entlarvt sich Claudius, der außer sich vor Zorn die Vorstellung abbricht. Doch vermag ihn Hamlet nicht zu töten. Dann beschließt Claudius, Hamlet nach England zu schicken und ihn dort ermorden zu lassen. Hamlet weiß den ausgelegten Schlingen zu entkommen. Nach seiner Rückkehr nach Dänemark beginnt das große Sterben.
Seit vielen Jahren arbeitet der Regisseur Andreas Kriegenburg mit Schauspielschulen zusammen. In München, Hannover, Hamburg und Zürich haben Studierende in seinen Inszenierungen gespielt und eigene Projekte mit ihm entwickelt, in deren Zentrum die Wirklichkeit der Jugendlichen stand.
Kriegenburgs Wunsch auszubilden und das Interesse der Studierenden praktische Erfahrungen mit einem der interessantesten Regisseure im deutschsprachigen Raum zu sammeln führte stets zu spannenden, lustvollen und für alle Seiten erlebnisreichen Inszenierungen.
Premiere
29. Oktober 2009
Regie Andreas Kriegenburg
Bühne Julia Kurzweg
Kostüme Anika Marquart
Dramaturgie Juliane Koepp
Besetzung
Thomas Halle* (Hamlet, der Prinz von Dänemark), Julian Keck* (Claudius, der König), Markwart Müller-Elmau (Geist, Hamlets Vater), Natali Seelig (Gertrud, die Königin), Michael Schweighöfer (Polonius), Tom Radisch* (Laertes), Maria Wardzinska* (Orphelia), Peter Miklusz* (Horatio), Aenne Schwarz* (Rosencrantz), Marco Portmann* (Guildenstern), Arndt Wille* (Schauspieler), Henning Bosse* (Totengräber), Sergej Lubic* (Totengräber), (*Studierende der Hochschule für Schauspielkunst ‘Ernst Busch’ Berlin)
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Kammerspiele am 25.05.2010, Amoklauf mein Kinderspiel / Tip des Berliner Stadtmagazin
25.5.2010 von Dr. B..

Übernahme vom Thalia Theater Hamburg
Berlin-Premiere
8. Januar 2010
Regie Felicitas Brucker
Bühne Valerie Hess
Kostüme Irene Ip
Dramaturgie Claus Caesar
Besetzung
Gábor Biedermann, Olivia Gräser, Ole Lagerpusch
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Kammerspiele am 19.05.2010, Hamlet / Tip des Berliner Stadtmagazin
19.5.2010 von Dr. B..

Prinz Hamlet ist aus Wittenberg an den dänischen Königshof zurückgekehrt. Sein Vater ist gestorben und seine Mutter Gertrud hat dessen Bruder Claudius geheiratet. Der Geist seines Vaters erscheint: Claudius habe ihn ermordet. Hamlet gelobt Rache. Um seinem Onkel auf die Schliche zu kommen, gibt er sich als wahnsinnig aus. Von einer vorbeikommenden Schauspieltruppe verlangt er, sie möge ein Stück aufführen, in dem der König ermordet wird und der Mörder die Königin heiratet. Tatsächlich entlarvt sich Claudius, der außer sich vor Zorn die Vorstellung abbricht. Doch vermag ihn Hamlet nicht zu töten. Dann beschließt Claudius, Hamlet nach England zu schicken und ihn dort ermorden zu lassen. Hamlet weiß den ausgelegten Schlingen zu entkommen. Nach seiner Rückkehr nach Dänemark beginnt das große Sterben.
Seit vielen Jahren arbeitet der Regisseur Andreas Kriegenburg mit Schauspielschulen zusammen. In München, Hannover, Hamburg und Zürich haben Studierende in seinen Inszenierungen gespielt und eigene Projekte mit ihm entwickelt, in deren Zentrum die Wirklichkeit der Jugendlichen stand.
Kriegenburgs Wunsch auszubilden und das Interesse der Studierenden praktische Erfahrungen mit einem der interessantesten Regisseure im deutschsprachigen Raum zu sammeln führte stets zu spannenden, lustvollen und für alle Seiten erlebnisreichen Inszenierungen.
Premiere
29. Oktober 2009
Regie Andreas Kriegenburg
Bühne Julia Kurzweg
Kostüme Anika Marquart
Dramaturgie Juliane Koepp
Besetzung
Thomas Halle* (Hamlet, der Prinz von Dänemark), Julian Keck* (Claudius, der König), Markwart Müller-Elmau (Geist, Hamlets Vater), Natali Seelig (Gertrud, die Königin), Michael Schweighöfer (Polonius), Tom Radisch* (Laertes), Maria Wardzinska* (Orphelia), Peter Miklusz* (Horatio), Aenne Schwarz* (Rosencrantz), Marco Portmann* (Guildenstern), Arndt Wille* (Schauspieler), Henning Bosse* (Totengräber), Sergej Lubic* (Totengräber), (*Studierende der Hochschule für Schauspielkunst ‘Ernst Busch’ Berlin)
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Kammerspiele am 18.05.2010, Der Menschenfeind / Tip des Berliner Stadtmagazin
18.5.2010 von Dr. B..

Alceste verachtet die ihn umgebende Gesellschaft für ihre Heuchelei und Oberflächlichkeit. Sein Ideal ist die unbedingte Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Fanatisch versucht er, sein Umfeld zu bekehren. Alcestes Weigerung, sich den gesellschaftlichen Spielregeln anzupassen und sich diplomatisch zu verhalten, führt zu bitteren Erfahrungen. Da er den Dichter Oronte nicht lobt, sondern unerbittlich kritisiert, macht er sich diesen zum Feind. Da er es ablehnt, die Richter zu bestechen, verliert er den von Oronte angestrebten Prozess. Die gut gemeinten Ratschläge seines treuen Freundes Philinte schlägt er in den Wind. Die schwerste Niederlage erfährt Alceste aber in der Liebe: Die von ihm umworbene lebenslustige Célimène lehnt es trotz ihrer Zuneigung zu Alceste ab, zusammen mit ihm die Einsamkeit zu suchen und das Alleinsein mit einem mürrischen Menschenverächter gegen das reizvolle Spiel wechselnder Flirts einzutauschen. Ob Alceste die von ihm ständig angekündigte Weltflucht am Ende allein antritt, bleibt offen.
Molières tragisch-komischer Titelheld verkörpert das Dilemma eines Idealisten, der an der Wirklichkeit leidet und sie ändern will. In einer zutiefst verlogenen Gesellschaft ist er derjenige, der immer die Wahrheit sagt. Seine Selbstgerechtigkeit und der Fundamentalismus, mit der er seine Überzeugungen zum Ausdruck bringt, treiben ihn allerdings in eine Isolation, aus der heraus Veränderung nicht möglich ist.
Berlin-Premiere
12. Dezember 2009
Regie Andreas Kriegenburg
Bühne Anne Ehrlich
Kostüme Marion Münch
Dramaturgie Anika Steinhoff
Besetzung
Jörg Pose (Alceste), Helmut Mooshammer (Philinte), Alexander Simon (Oronte), Judith Hofmann (Célimène), Caroline Dietrich (Éliante), Verena Reichhardt (Arsinoé), Claudius Franz (Acaste), Markwart Müller-Elmau (Clitandre)
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Kammerspiele am 17.05.2010, Woyzeck / Tip des Berliner Stadtmagazin
17.5.2010 von Dr. B..

Konzept von Robert Wilson
Textfassung von Ann-Christin Rommen und Wolfgang Wiens
„Was der Mond roth auf geht.“
„Wie ein blutig Eisen.“
Woyzeck ist einfacher Stadtsoldat. Und er liebt Marie. Damit sie und ihr Kind überleben, verdient er sich etwas dazu, rasiert seinen Hauptmann und unterwirft sich den Experimenten des Doktors. Ein Druck lastet auf Woyzeck, so groß, dass man meinen kann, er schnappe noch über mit seinen Gedanken. Marie trifft den Tambourmajor. In ihr blitzt die Ahnung von einem anderen, sorgloseren Leben auf. Die Freiheit der Körper, die Lust der anderen, Erniedrigung, Einsamkeit und Wahn: Nun ist es zuviel. Woyzeck ersticht Marie.
Kogenial fügen Tom Waits´ Songs dem Text Büchners eine Ebene hinzu, die auf andere Weise von den Verletzungen, Schmerzen und Sehnsüchten der Figuren erzählt, sie ergänzt, umspielt und ihr Inneres nach außen kehrt.
Premiere
2. Oktober 2009
Regie Jorinde Dröse
Bühne Susanne Schuboth
Kostüme Susanne Schuboth
Musikalische Leitung Philipp Haagen
Dramaturgie Claus Caesar
Besetzung
Moritz Grove (Woyzeck), Maren Eggert (Marie), Matthias Neukirch (Hauptmann), Helmut Mooshammer (Doctor), Christoph Franken (Tambourmajor), Jonas Anders (Andres), Pia Luise Händler (Margreth), Markus Graf (Ausrufer/Karl), Philipp Haagen (Musiker), John Schröder (Musiker), Anne-Christin Schwarz (Musiker), Rainer Süßmilch (Musiker), Benjamin Weidekamp (Musiker), Derek Shirley (Musiker)
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Kammerspiele am 14.05.2010, Taking Care of Baby / Tip des Berliner Stadtmagazin
14.5.2010 von Dr. B..

‚Taking Care of Baby‘ beginnt dort, wo ‚Medea‘ aufhört: mit dem Tod zweier Kinder. Zum zweiten Mal stirbt der jungen Mutter Donna McAuliffe ein Kind. Die ermittelnden Behörden glauben nicht an einen Zufall. Donna McAuliffe wird öffentlich des Mordes angeklagt, ins Gefängnis gesteckt. Die Medien hecheln ihren Fall durch. Psychiatrische Gutachten beschäftigen sich mit ihrer Schuldfähigkeit. Bis in die Politik hinein schlägt ihre Geschichte Wellen, denn Donnas Mutter Lynn Barrie ist unabhängige Kandidatin bei den Gemeindewahlen und stellt sich mutig gegen sämtliche etablierten Parteien. Alle beschäftigen sich mit Donnas Fall, kümmern sich, wenn man so will, um ihre – toten – Babys. Und dann gibt es in Dennis Kellys Stück noch den Autor, der diesen Fall und seine Pervertierungen zu einem Doku-Drama verarbeiten will. Er interviewt die Figuren, bedient sich des medialen Materials, der verfügbaren Zeitungsausschnitte, Aufzeichnungen und Videos, auf der Suche nach einer Wahrheit, die sich immer mehr verflüchtigt. Und so wird ‚Taking Care of Baby‘ nicht nur zur Geschichte eines rätselhaften Falles, sondern zusehends zu einem Stück Dokumentartheater, das sich selbst abschafft.
Deutsche Erstaufführung
17. Januar 2010
Regie Sascha Hawemann
Bühne und Kostüme Alexander Wolf
Musik Sascha Hawemann
Video Konrad Kästner, Alexander Wolf
Dramaturgie John von Düffel
Besetzung
Meike Droste (Donna McAuliffe), Barbara Schnitzler (Lynn Barrie), Peter Moltzen (Dr. Millard, Psychiater / Autorenstimme), Michael Schweighöfer (Jim), Moritz Grove (Martin, Donnas Mann / Brian, Politiker / Autorenstimme)
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Kammerspiele am 13.05.2010, Über Tiere / Tip des Berliner Stadtmagazin
13.5.2010 von Dr. B..

„Über Tiere“ besteht aus zwei Texthälften, die einander zu bedingen scheinen: Am Anfang steht ein ebenso masochistischer wie unbarmherziger Liebes-Monolog einer alternden Frau: „Lieben ist eine bestimmte Art von Angewiesensein, mein sonderbarer Herr“. (Das Stück knüpft an frühere Experimente mit einer Sprache des Begehrens wie in dem Roman „Lust“ oder dem Text „Begierde und Fahrerlaubnis“ an.) Im zweiten Teil tritt an die Stelle der „reinen Liebe“ die „käufliche Liebe“. Die sexuelle Abhängigkeit artikuliert sich auf kriminellem Niveau: Verkäufer, Dealer und betuchte Kunden reden über Frauen buchstäblich wie „über Tiere“ auf einem Viehmarkt. Elfriede Jelinek lagen polizeiliche Abhörprotokolle über einen noblen Wiener Callgirl-Ring vor, der illegalen Handel von Frauen und Mädchen überwiegend aus Osteuropa betreibt. Das authentische Material mit den bizarren Codewörtern der Branche ist hier zu einem literarischen Werk von wuchtiger Intensität verdichtet.
Premiere
14.01.2008
Regie Nicolas Stemann
Bühne Nicolas Stemann
Kostüme Marysol del Castillo
Video Claudia Lehmann
Besetzung
Margit Bendokat, Ingo Hülsmann, Sebastian Rudolph, Nora von Waldstätten, Almut Zilcher, Regine Zimmermann
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Kammerspiele am 12.05.2010, Die Entführung aus dem Serail / Tip des Berliner Stadtmagazin
12.5.2010 von Dr. B..

Inszenierung … Calixto Bieito
Bühnenbild … Alfons Flores
Kostüme … Anna Eiermann
Dramaturgie … Antje Kaiser
Chöre … Robert Heimann
Licht … Franck Evin
Video … Rebecca Ringst
Bassa Selim … Guntbert Warns
Konstanze … Agneta Eichenholz
Blonde … Julia Giebel
Belmonte … Adrian Strooper
Pedrillo … Christoph Späth
Osmin … Jens Larsen
Wir empfehlen den Besuch ab 18 Jahren.
Uraufführung 1782 - Premiere am 20. Juni 2004
Liebe, Sex, Macht, Gewalt, Freiheit.
Der katalanische Regisseur Calixto Bieito, der mit Die Entführung aus dem Serail sein Debüt an der Komischen Oper Berlin gab, gilt seit Mitte der neunziger Jahre als einer der wichtigsten, gleichzeitig auch umstrittensten Regisseure. Er ist durch seine konkrete und expressive Sprache im Umgang mit klassischen Texten bekannt geworden. Calixto Bieito ist bekennender republikanischer Sozialist und ein - aus jesuitischer Erziehung heraus geprägter - radikaler Regisseur. Er ist bestrebt, eine Art »Wahrheit der Bühnensprache« zu erschaffen, indem er die unbeschönigten Details der Beschreibung sozialen alltäglichen Milieus mit ebenso drastischen wie brutalen Mitteln zur Grundstruktur seiner Inszenierungen macht. In seinem Bemühen ist er durchaus mit Martin Scorsese oder Luis Buñuel vergleichbar, arbeitet wie sie vor allem mit extremen Bilden von Gewalt und Sexualität: »Sex als schnell konsumierbare Ware, Sex als grelle expressionistische Geste. Sex gibt es überall, im Fernsehen, in der Reklame für Parfüm oder für Butter, überall. Nur auf der Bühne will man den Sex nicht sehen. Man will die Oper als eine Art Paradies bewahren. Ich will die Leute aber berühren mit der Poesie der Gewalt, mit Sex, mit der historischen und politischen Situation in meinem Land.«
Während Bieito dem emotionalen Spektrum von Paarbeziehungen in der Entführung aus dem Serail nachgeht, denkt (und zeigt) er einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen emotionalem Hunger und zwischenmenschlicher Gewalt im Verhältnis der Geschlechter zueinander. Zugespitzt sind die Zustände und Machtverhältnisse in einem Bordell, wo Frauen wie Sklaven gehalten und behandelt werden.
»Was tun wir, wenn wir lieben. Was sind wir fähig zu tun für Liebe, in Liebe. Was ist Liebe heute, was ist heute Freiheit.« (Calixto Bieito)
Pressestimmen …137
Mozarts Musik, weiß Bieito, schließt das Herz auf. Jetzt das Messer in die Hand zu nehmen, ist keine Frage der Provokation. Sondern eine des Mutes. Und der Kraft. Und der Liebe.
(Tagesspiegel, Christine Lemke-Matwey)
Bieito erzählt in Berlins Komischer Oper eine alte Geschichte auf neue Art. Und diese Art muss neu sein, auch weil es der Regisseur will, vor allem aber, weil es die Geschichte selbst braucht … Selten war auf einer Opernbühne soviel Schauspiel zu sehen.
(Financial Times Deutschland, Egbert Tholl)
Die Oper muss ästhetische Grenzen ausloten dürfen. Auch wenn es schmerzt.
(Berliner Morgenpost, Volker Blech)
Die Inszenierung hat die Leute schwer gepackt und gespalten in Hasser und Fans … Es mag für manche eine Grenzerfahrung sein, aber es ist auch eine reinigende, kathartisch an die Urgründe des Theaters rührende, die Brutalität in ein Ritual verwandelt, ihm höhere Kunstwahrheit verleiht.
(Die Welt, Manuel Brug)
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Kammerspiele am 12.05.2010, Othello / Tip des Berliner Stadtmagazin
12.5.2010 von Dr. B..

Othello ist ein geachteter und erfolgreicher General der venezianischen Armee. Sein Status scheint unantastbar und steht doch in Diskrepanz zu seiner dunklen Hautfarbe, die ihn zum „Fremden“ macht, auch zum Ziel von Verhöhnung und Ablehnung. Heimlich heiratet Othello die junge Desdemona, die sich mit ihrer Entscheidung für diese Liebe gegen ihren Vater stellt. Othellos Fähnrich Jago, erzürnt darüber, dass der Leutnant Cassio ihm bei einer Beförderung vorgezogen wurde und getrieben von Hass und Machtwillen, spinnt eine tödliche Intrige: Er überzeugt Othello davon, dass Desdemona ihn mit Cassio betrügt. Außer sich vor Eifersucht und dem Gefühl, getäuscht worden zu sein, tötet Othello Desdemona und als ihre Unschuld ans Licht kommt, sich selbst. Jette Steckel, Nachwuchsregisseurin des Jahres 2007, begibt sich mit ihrer Inszenierung auf die Suche nach dem Fremden, dem Monstrum, dem Tier, dem Feind, dem Mann, der Frau und dem Kind, die sich in der Figur des Othello vereinen. Othellos Geschichte konfrontiert uns mit der Frage nach den Bildern von Identität und deren Zerstörbarkeit.
Premiere
27. November 2009
Regie Jette Steckel
Bühne Florian Lösche
Kostüme Pauline Hüners
Musik Mark Badur, Mando
Dramaturgie Anika Steinhoff
Besetzung
Susanne Wolff (Othello), Meike Droste (Desdemona), Ole Lagerpusch (Jago), Helmut Mooshammer (Brabantio / Montano), Simone von Zglinicki (Emilia), Peter Moltzen (Cassio), Paul Schröder (Rodrigo / Narr), Mando (Beatboxing)
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